Im Notfall darf auch für Katzen gebremst werden

Wer beim plötzlichen Auftauchen von Tieren auf der Fahrbahn sofort auf die Bremse tritt, trägt für einen anschließenden Auffahrunfall nicht automatisch die Schuld. Das hat das Landgericht Koblenz entschieden.

In dem Fall hatte ein Autofahrer spontan abgebremst, weil eine Katze auf die Straße gelaufen war. Die Koblenzer Richter sahen einen zwingenden Grund für die Notbremsung.

Der liege vor, wenn dem abbremsenden Fahrer keine Möglichkeit bleibe, zwischen dem Überfahren des Tieres und einer möglichen Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs abzuwägen. Allerdings dürfen Verkehrsteilnehmer nicht grundsätzlich für kleinere Tiere abrupt bremsen, befand das Landgericht. Entscheidend seien immer die Umstände des Einzelfalles. Dabei spiele die Größe des Tieres keine Rolle. Der sofortige Tritt auf die Bremse bei plötzlichen Hindernissen auf der Fahrbahn sei eine spontane, reflexartige Reaktion. Im vorliegenden Fall sei das Abbremsen vor der Katze ein unabwendbares Ereignis im Sinne des Straßenverkehrsgesetzes gewesen.
Landgericht Koblenz, Az.: 12 S 130/00