Letzter Teil - Die Katzenpubertät


©Geliebte Katze
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Geliebte Katze

Zicke hoch drei und „schnipp" -
ist der Spuk vorbei


Aus sonnigen, verspielten Katzenkindern werden allmählich kleine, aber leicht reizbare Wesen. Unentschlossen oder zu allem entschlossen können sie sich lethargisch bis überaktiv, aggressiv bis depressiv durch ihren eigentlichen sorgenfreien Alltag hindurchschleusen.

Für den einen ist das der ganz normale Wahnsinn, mit dem uns Katzen begegnen. Bei einem anderen hinterlässt die Verwandlung vom Sweetie zur Zicke ein Gefühl von Ratlosigkeit.

Denn die Geschlechtsreife fällt bei einer Katze äußerlich nicht so auf wie bei uns Menschen. Und so kommt der Katzen-Neuling nicht spontan auf hormonell ausgelöste Stimmungsschwankungen. Keine weiblichen Rundungen sind zu sehen. Bei Katzen gibt es eher männliche Rundungen, man denke zum Beispiel an dicke Katerbacken.

Einen Stimmbruch
BEKOMMEN DIE WEIBCHEN NICHT

Die Stimme wird zwar erwachsen, aber einen Stimmbruch haben Kater nicht. Dafür kann man die Weibchen bei ihrer Rolligkeit in allen Tonlagen miauen hören. Spätestens jetzt merkt der Halter, dass sich etwas verändert hat. Wer die Räkelei auf dem Boden als Krankheit verkennt und die Katze eiligst zum Tierarzt bringt, muss sich nichts denken. Auch Eltern halten ihre pubertierenden Kinder mitunter für krank.Werden Teenies dann zickig und unberechenbar, winden Eltern sich zwischen Grenzen-Setzen und Narrenfreiheit-Lassen, und Katzeneltern sind gut beraten, sich ebenso zu verhalten. Denn auch ihr Kätzchen entwickelt sich psychisch. Daran zu denken hat Vorteile.Denn so manche Aggression bedeutet Dampf-Ablassen und muss nicht gleich als Verhaltensstörung gewertet werden.

Nichts dulden,
ABER GEDULD HABEN

Dulden darf man andererseits auch nicht alles, etwa dass die Katze nach einem schlägt oder in die Hand beißt. Zurückschlagen wäre verkehrt, aber zeigen Sie deutlich Ihren Unmut.

Katzen gehen miteinander auch nicht zimperlich um. Sie wissen genau, was sie von einem Jungspund dulden und was nicht. Und wächst ein Junges in eine bestehende Katzengemeinschaft, bekommt es zeitweise ordentlich Zunder. Statt das Kleine vor den anderen zu beschützen, kommen nun Sie auch noch mit Geschimpfe! Da zieht es sich schon einmal in den Schmollwinkel zurück. Aber Sie können sicher sein: Zur nächsten Fütterung steht es wieder auf der Matte.

Eigentlich folgt auf die  pubertären Allüren dann das besonnene Erwachsenenalter. Aber der Sexualtrieb lässt ihnen keine Zeit und keinen Spielraum. Weibchen werden nicht nur zweimal im Jahr rollig, sondern oft jeden Monat - für zwei Wochen oder länger. Ei­ne solche Dauerrolligkeit ist ein erheblicher Stress für die Katze. Und wer nicht züchten will, lässt sie kastrieren.

Nach dem dritten Lebensmonat beginnt bei den Weibchen schon die frühpubertäre Phase. Die Kater tollen noch gut zwei weitere Monate von Hormonschüben unbehelligt und unbeschwert weiter, bevor dann das Katzentestosteron den Männlichkeitswahn weckt. Den wiederum lässt die Kastration endgültig einschlafen.

Somit sind Kätzinnen mit sechs bis neun Monaten in der Lage, Babys zu bekommen. Und Kater werden mit neun bis zwölf Monaten zeugungsfähig, beginnen Duftmarken ihrer Männlichkeit in der Wohnung zu hinterlassen und werden kastriert, allein, damit das dann aufhört, wobei der Trend sowohl bei der Katze als auch beim Kater zur Frühkastration geht. Möglich und ratsam ist eine Unfruchtbarmachung in jedem Alter, sobald das Tier weitgehend ausgewachsen ist, nicht jedoch, bevor es den sechsten Lebensmonat erreicht hat.

Isabella Lauer